Take Cover.
Cover sind so eine Sache. Entweder sie sind spitze oder sie sind mies, ein Mittelding gibt es meistens nicht. Gecoverte Masterpieces hingegen enden mit einer Wahrscheinlichkeit von 99% als Katastrophe. Als Masterpiece-Beispiel sei ‚Rapper’s Delight‘ der Sugarhill Gang gennant. Keine Frage, ein Meilenstein der Unterhaltungsmusik Pop und erster kommerziell erfolgreicher Rap-Song anno 1979.
Das ging auch an drei erfolgreichen deutschen Radiomoderatoren nicht vorüber, welche 1980 einen Blick über den Big Pond warfen und eine allemanische Version des Ganzen machwerkten:
So schlecht, dass es fast schon wieder gut ist. Thomas Gottschalk, Frank Laufenberg und Manfred Sexauer als ‚GLS United‘ mit Ihrer Version von ‚Rapper’s Delight’: ‚Rappers Deutsch‘. Zumindest die Ehre den ersten deutschen Rapsong produziert zu haben, kann Ihnen keiner mehr nehmen. Diese ‚Jugend’sünde allerdings auch nicht.Nun hat die Firma Evian, welche Wasser in PET-Flaschen abfüllt, in einem schlechten, uninspirierenden und pseudojuvenilen Werbeclip (oder bringen wir es gleich auf den Punkt: lass uns doch mal irgendwas mit echt coolen & lustigen Babys machen) sich dem Stück wieder bedient. Allerdings diesmal in der Version von Thomas Gottschalk alleine Dan the Automator.
Hier nimmt sich Dan the Automator (Daniel Nakamura, San Francisco) – der nicht nur schon bei Gorillaz – Demon Days mit an Bord war, sondern auch ansonsten eine feste Größe im alternativen Hip-Hop darstellt – dem Ganzen an und hat gleich vier hörenswerte Versionen des Klassikers online gestellt.
Allen Crossoverkindern der Mid90’s sticht natürlich der Gesang des zweiten Tracks umgehend in’s Ohr. Der ThE bEwItChEd HaNdS oN tHe ToP oF oUr HeAdS-Remix klingt wohltuend nach ‚Rising High’ der H-Blockx. Nun, zumindest ähnelt er.
Post Scrotum: In die Kategorie des unerlässlichen G33kwissens möchte eingefügt werden, dass das Stück/die Beatline auf ‚Good Times‘ von Chic basiert. Also wenn Mami & Pappi mal wieder Geburtstag feiern…
